Mäusekino als Tankuhr


Zweck

Die KMVA-Anzeige soll den Füllstand des Kraftstofftanks anzeigen.
Dabei wird das typische Design der originalen Anzeige beibehalten.

Der Plan:
Das Ergebnis:
Weil die Mehrheit der verfügbaren KMVA-Anzeigen mit nur 7 LEDs bestückt ist, geht es zunächst darum, das Gerät auf die volle Anzahl von 12 LEDs zu bringen. Dabei werden die Farben gleich entsprechend gewählt. Die vorhandene Platine kann dafür genutzt werden, denn es wurde immer das Layout für die volle Bestückung verwendet.

Das Zifferblatt

Zwei örtliche Handwerksbetriebe hatten die Aufträge ausgeführt. Leider kann ein Laser nicht dasselbe leisten wie ein Stanzwerkzeug. Aber für Einzelstücke ist das die einzig praktikable Lösung. Die Mikroskopaufnahme zeigt das Ergebnis. Man muss mit einer Nadelfeile mal kurz durch alle 48 Ecken fahren. Lässt man die Durchbrüche entsprechend größer fertigen, dann sieht das weniger schön aus. Die Firma hatte eine 3D-Datei im DXF-Format verlangt.
Für die Gravur musste es schwarz eloxiertes Aluminiumblech sein. Irgendwie wird die Oberfläche in weiß umgewandelt. Das Originalzifferblatt ist 0,5 mm dick. Solches Material hatte ich besorgt. Man kann eine beliebige Grafikdatei einreichen. Hauptsache der Maßstab stimmt und die Datei enthält die DPI-Angabe. Bei mir war das BMP mit 1200 DPI.

Der Tankgeber

Das einst verwendete Instrument enthält eine Brückenschaltung um den Zeigerausschlag unabhängig von der Bordspannung zu machen. Vollausschlag wird bei einer Verbindung von (G) und (-) erzielt. Je größer der Widerstand wird, desto mehr geht der Zeiger auf die Anfangsposition. Am Ende sind das 200 Ohm. Deshalb muss die KMVA-Anzeige durch eine kleine Elektronik angepasst werden. Die Schaltung wird mit der stabilisierten Spannung versorgt, die für den originalen KMVA-Geber in der Anzeige erzeugt wird. VR1 liefert einen konstanten Strom für den Tankgeber, damit die Spannung genau dem Widerstandswert folgt. Diese wird mit einem invertierendem Verstärker in der Mitte gespiegelt. Denn es müssen alle LEDs bei null Ohm leuchten.
Die Stromquelle muss wegen der relativ geringen Spannungsdifferenz mit einem LDO-Regler gebaut werden.
Der Endwert kann mit R6 abgeglichen werden, denn er bildet einen Spannungsteiler mit dem in der Anzeige verbauten Eingangswiderstand von 75 kOhm.

Der praktische Aufbau

Die wenigen Bauteile lassen sich auf einer kleinen Platine unterbringen, die an der Stelle wo mitunter die Schaltung für die Reserveanzeige sitzt, eingebaut wird.


Fortsetzung

Zunächst die Schaltung der KMVA-Anzeige in verständlicher Darbietung:
Der Kondensator C5 ist für die Trägheit verantwortlich. Er muss vergößert werden.
Denn bei jeder Bodenwelle und jeder Kurvenfahrt folgt der Schwimmer des Gebers dem Kraftstoffniveau.
Bei einem Wert von 1000 µF beträgt die Zeit von null bis Vollausschlag bzw. umgekehrt 80 Sekunden.

Die Schaltung zur Stromversorgung der Z-Diode hat Nachteile. IR5 = UZ - UBE(T3) / (R11+R12)||R6. Mittels der als Stromspiegel geschalteten Transistoren T1 und T2 leitet sich dann der Strom für die Z-Diode ab. Das funktioniert auch. Allerdings wurde T2 im Zuge der technischen Weiterentwicklung eingespart und durch eine Brücke ersetzt.
Das ergibt dann IZ = UR5 - UBE(T1) / R4. Bei beiden Varianten ist UZ nach dem Anlegen der Betriebsspannung null. Denn alleine schon C2 ist nicht geladen. Deshalb gibt es R2, er wirkt als Starthilfe.

Es gibt einen Unterschied zwischen Durchflussmesser und Tankanzeige: Beim Einschalten der Zündung findet zunächst kein Durchfluss statt, aber der Tank könnte voll sein. Die Variante mit dem eingesparten Transistor ist aber mit sofortiger Vollaussteuerung überfordert.
Man könnte diesen Transistor nachrüsten. Das muss ein SC308D sein. Bei einem beliebigen anderen Ersatz weicht der Strom durch die Z-Diode u.U. erheblich ab.
Besser ist es, die heutigen Möglichkeiten zu nutzen und die Geberversorgung und die Referenzspannung mit einem Spannungsregler zu machen. Der LM317L ist leicht beschaffbar und preiswert.


Links ist die am häufigsten anzutreffende Platine,
rechts, wie man sie umbauen kann.
D2, R2, R5 und T1 werden entfernt, statt der Diode die beiden Widerstände eingebaut und statt dem Transistor der LM317L.